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Österreichisches Deutsch als Unterrichts- und Bildungssprache

FWF-Projekt (P 23913-G18)
Projektleitung: A.o. Univ. Prof. Mag. Dr. Rudolf de Cillia
MitarbeiterInnen: Dr.in Mag.a Jutta Ransmayr, Mag.a Elisabeth Fink
Projektlaufzeit: 01.09.2012-31.10.2014

Die Rolle des österreichischen Standarddeutsch und seiner soziolinguistischen Varietäten als Unterrichts- und Bildungssprache

Ziel des vorliegenden Projektes ist es, die Rolle des österreichischen Standarddeutsch in seiner Funktion als Bildungs- und Unterrichtssprache an Schulen unter Berücksichtigung des für Österreich kennzeichnenden Standard-Dialekt-Kontinuums zu untersuchen. Neben Datenerhebungen an Schulen, Analysen von Lehrplänen, von Lehrbüchern und Unterrichtsmaterialien für den Deutsch-als-Muttersprache-Unterricht sowie für den Deutsch-als-Zweitsprache-Unterricht werden dabei auch Lehr- und Studienpläne an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen untersucht. Folgende zwei Fragenkomplexe stehen dabei im Vordergrund:

Erstens: Welche Rolle spielt österreichisches Deutsch an Volksschulen, an allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufe I und II sowie in der LehrerInnen-Ausbildung für Pflichtschullehrer und AHS-Lehrer? Welches Normverständnis (monozentrisches oder plurizentrisches Sprachverständnis) liegt unter österreichischen SchülerInnen und PädagogInnen vor bzw. wie wird von ihnen die sprachliche Situation in Österreich (Standard-Dialekt-Kontinuum) wahrgenommen und konzeptualisiert?

Zweitens: Welche Konsequenzen ergeben sich in didaktischer Hinsicht für die LehrerInnenausbildung sowie für den Unterricht an der Schule - insbesondere in einem integrativen Zugang von Sprachunterricht, in dem die deutsche Sprache als Bildungssprache in ihrer zentralen Rolle für alle Unterrichtsfächer interpretiert wird und für einen Teil der SchülerInnen als Erstsprache, für einen Teil als Zweitsprache fungiert?

Der derzeitige Forschungsstand legt nahe, dass ein wichtiger Zusammenhang zwischen den schulisch tradierten Normvorstellungen und der geringen Sprachloyalität der ÖsterreicherInnen gegenüber ihrer Varietät des Deutschen besteht. Dabei gibt es zur Rolle der österreichischen Standardvarietät im DaM/Z-Kontext eine Reihe von Forschungsdesiderata, wie eine für dieses Forschungsvorhaben durchgeführte Erhebung unter ausgewiesenen ExpertInnen ergab. Das Projekt soll dazu beitragen, diese Lücken zu schließen.

Für die Datenerhebung wird zunächst eine Analyse der Quellen (Lehrpläne, Studienpläne etc.) vorgenommen, dann werden mit unterschiedlichen Methoden der Befragung (schriftliche Befragungen, Gruppendiskussionen, Leitfadeninterviews) und mit exemplarischen teilnehmenden Beobachtungen Daten an den Schulen erhoben, die mit quantitativen statistischen und qualitativen diskursanalytischen Verfahren ausgewertet werden.

Ein Ergebnis dieses Projekts sollen – neben einer Bestandsaufnahme der Rolle des österreichischen Deutsch an Bildungsinstitutionen – Empfehlungen für die Bildungs- und Sprachenpolitik das österreichische Deutsch betreffend sein, insbesondere für einen bewussten Umgang mit innersprachlicher Variation und mit dem österreichischem Deutsch im Unterricht und beim Erstellen von Lehrmaterialien und Unterrichtseinheiten.

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